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Der St.Gotthard-Pass verbindet Göschenen (1106 m, Zentralschweiz) und Airolo (1175 m, Tessin). Von Hospental (1496 m, Abzweig zum Furkapass) bis Airolo sind es über den Pass 44 km. Im weiteren Sinn beginnt die Gotthard-Route bereits in Altdorf (490 m) am Vierwaldstättersee. Zuerst führt die Straße mit geringer Steigung durch das Tal der Reuß aufwärts nach Wassen (910 m), wo gegen Westen die Sustenstraße abzweigt. Nach Göschenen folgt die berühmte Schöllenenschlucht mit der Teufelsbrücke. Die neue Teufelsbrücke wurde erst 1956 fertig gestellt, die vorhergehende von 1830 war dem steigenden Verkehr nicht mehr gewachsen. Gleich nach der Brücke folgt das Suworow-Denkmal, das 1899 zur Erinnerung an die hier 1799 zwischen Russen und Franzosen gelieferten Kämpfe erinnert. Die Russen waren gemeinsam mit den Österreichern von Süden über den Gotthard gekommen. Kurz danach wird im Urnerloch (1425 m) am Ende der Schöllenenschlucht der Fels in einem 64 m langen, 1708 gebohrten Tunnel (ältester Straßentunnel der Alpen) durchstoßen. Dann liegt plötzlich das weite ebene Talbecken von Andermatt (1450 m) vor uns. Hier beginnen auch die Straßen zum Oberalppass und zum Furkapass. Die eigentliche Passstraße beginnt dann in Hospental (1496 m). Auf dem Pass befinden sich neben dem berühmten Hospiz auch einige der typischen Passseen. Die hervorragend ausgebaute breite Straße hat 21 Kehren und maximal 10% Steigung. Die neu gebaute Südrampe wurde 1966 in Betrieb genommen. Sie besitzt nur wenige scharfe Kurven, zahlreiche Tunnel und Galerien und ist für eine schnelle Passüberquerung bestens geeignet. Weitaus schöner ist natürlich die alte Straße durch das Tremola-Tal. 38 Kehren, zum Teil auf hohen Stützmauern, sind auf gepflasterter Straße zu überwinden. Als touristische Attraktion sind die Fahrten mit historischen Postkutschen über den Pass zu betrachten. Wer nur schnell in den Süden kommen will, kann natürlich auch den 1980 eröffneten 16,3 km langen Gotthard-Straßentunnel benutzen, was einem aber keine schöne Landschaft sondern nur die Abgase des Vordermanns bietet.
Wenn man die vielen Kurven der Tremola möglichst umfassend auf ein Bild zu
bekommen, sollte man bei der Fahrt von Airolo auf der neuen Trasse den Parkplatz
unmittelbar hinter der letzten Galerie ansteuern (ca. 1 km vor dem Pass,
Parkplatz auf beiden Seiten der Straße). Wenn man die Leitplanken übersteigt,
etwas zurück in Richtung Galerie und näher zum Hang geht, hat man den besten
Blick. Von der Beleuchtung her ist der späte Nachmittag günstig, da man am
Vormittag fast gegen die Sonne fotografieren muss (26.06.2002 um 17.27 Uhr gute
Belichtung; 16.07.2009 um 12.10 Uhr schwierige Belichtung).

Nordrampe in der
Schöllenenschlucht (12.07.2009)

Nordrampe, alte
und neue Teufelsbrücke und die alte Straße (16.07.2009) |